Zeitenwandel - Glücklich, erfüllt und bewusst leben

Abschied und Trauer

geschrieben am: 12.07.2019 von: Margit Schürmann
Kategorie(n): Psychologie & Lebenshilfe

Abschied und Trauer

Bildrechte: Margit Schürmann

Zur Zeit heißt es für sehr viele Menschen Abschied nehmen. Damit meine ich jetzt nicht nur von lieben Menschen, die gestorben sind, sondern auch von den Dingen, die wir alle im Laufe eines Lebens gehen lassen müssen.

Damit ist gemeint, dass langjährige Freunde auseinander gehen, weil sie sich in verschiedene Richtungen entwickelt haben und es nun einfach nicht mehr passt. Die Wohnung, in der man so lange wohnte muss aufgegeben werden, aus welchen Gründen auch immer. Der Arbeitsplatz ist verloren gegangen oder die Kinder ziehen aus und werden flügge. Lebensumstände,  Gesundheitszustände, alte Gewohnheiten und all das, was wir über so lange Zeit lieb gewonnen haben, geht zu Ende.

Wenn jemand stirbt, trauern wir sehr unterschiedlich. Der eine weint und sein Alltag steht still, der andere stürzt sich in die Arbeit (oder Sport), um nicht an den Verlust zu denken.

Die 5 Phasen der Trauer

In der Trauerarbeit kennen wir fünf Phasen:
1. das Leugnen
2. der Zorn
3. das Verhandeln
4. die Depression
5. die Akzeptanz.

Wenn du diese Phasen durchlaufen hast, kannst du mit dem Verlust leben. Es tut manchmal noch weh, aber du kannst damit leben.

Verliert man hingegen z.B.den Arbeitsplatz, ist es verständlich, dass du auch hier trauert und letztendlich durchläufst du auch hier diese Phasen. (Natürlich kannst du das eine nicht mit dem anderen vergleichen, aber wenn ich traurig bin, bin ich traurig!) Und Trauer will gelebt werden.

Es wird geleugnet (vor anderen und vor sich selbst), du willst es einfach nicht wahrhaben, dann wirst du wütend, weil es so ungerecht ist oder unerwartet kam, als nächstes wird verhandelt, dass heißt, dass du versuchst, Kompromisse zu erzielen. Wenn du damit nicht weiter kommst, fällst du in eine Depression, hier ist die Trauer besonders deutlich zu spüren. Du fühlst dich ohnmächtig und erst danach kannst du akzeptieren und annehmen, dass du deine Arbeit verloren hast. Jetzt kannst du nach vorne schauen, erkennen, was dieser Verlust auch für mögliche Vorteile für dich hat. Ich glaube, dass wir alle diese Phasen in jedem Verlust durchleben. Und hierbei ist es wirklich unerheblich, ob es um einen verlorenen Arbeitsplatz oder einen Freund, geht, der nach langen Jahren nicht mehr zu dir passt. Trauer ist Trauer.

Manche Menschen stecken in der zweiten Phase fest (Zorn), weil es gesellschaftlich eher toleriert wird, wütend zu sein, als traurig. Es ist für viele leichter, mit wütenden Menschen umzugehen, als mit traurigen. Das kannst du schon daran erkennen, dass auf Beerdigungen immer noch „Herzliches Beileid“ gesagt wird.
Jeder, der einen lieben Menschen verloren hat, weiß, dass ein „Herzliches Beileid“ nicht tröstet, sondern eher wütend macht. (Mich jedenfalls) Ja, es ist die Unsicherheit mit der Trauer und dem Leid anderer umzugehen. Du weißt nicht, was du dem Trauernden sagen sollst. Mir hat es am meisten geholfen, wenn andere nette Dinge oder lustige Begebenheiten über den Verstorbenen erzählt haben. Das war, als wäre derjenige für einen kurzen Moment wieder da. Und manchmal war es auch hilfreich, wenn nichts gesagt wurde, sondern einfach eine Umarmung all das Mitgefühl ausdrückte.

Die Trauer zulassen

Lassen wir also zu, über alltägliche Verluste oder über Verstorbene zu trauern. Und wenn du auf eine trauernde Person triffst, höre ihr zu, sei da, fühle mit. Mitleid ist hier nicht
hilfreich. Für niemanden.

Es gibt zur Zeit so viele Verluste unterschiedlicher Art. Diese Zeit ist eine Zeit der Veränderung. Nichts bleibt. Also warum halten wir uns so krampfhaft an etwas fest, wenn Veränderung das einzig Beständige im Leben ist? Veränderungen sind wichtig. Von leicht war nie die Rede. Hab Mut und vertraue darauf, dass du vielleicht nicht immer sofort das bekommst, was du dir so sehnlichst wünschst, aber immer das, was gerade gut für dich ist, um in deiner Entwicklung weiter zu kommen.
Ich wünsche dir Kraft in dieser Zeit. Sei dir sicher, dass du nicht alleine bist. Ich schicke dir einen Engel der Liebe.

 

Margit SchürmannAutorin:
Margit Schürmann
Heilpraktikerin für Psychotherapie

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