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Das große Erwachen Teil 2

geschrieben am: 17.11.2020 von: Dana Andersen
Kategorie(n): Bewusstseinswandel, Kolumne, Psychologie & Lebenshilfe

Das große Erwachen Teil 2

Bildrechte: © Lea-Susann Schmidt

Ich bin umgezogen, von außen nach innen

Wieso ist ausgerechnet meine Welt zerbrochen?

Was habe ich falsch gemacht?

Ich muss etwas falsch gemacht haben, sonst wäre mir dieses Unglück nicht passiert, sonst wäre ich nicht verlassen, betrogen, abgelehnt, im Stich oder fallen gelassen worden, sonst wäre ich nicht gescheitert … schon wieder …

Ich fühle mich so alleine, einsam und verloren, auch unter den Menschen, die mir immer am wichtigsten waren, in meinem Bekanntenkreis und selbst in meiner Familie.

Ich gehöre irgendwie nicht mehr dazu, egal wieviel Mühe ich mir gebe. Aus Sicht der anderen ist alles wie immer und ich gehöre natürlich dazu, aber ich selbst fühle mich nicht mehr wirklich verstanden und gesehen in meiner alten Umgebung; ich kann nicht mehr mitteilen oder ausdrücken, was mich gerade beschäftigt und was ich empfinde, mit niemanden über alles reden – ich möchte es gerne, aber es ist nicht möglich, weil sich meine inneren Empfindungen nicht beschreiben lassen, ich verstehe sie – mich – ja selbst nicht mehr.

Vielleicht will ich auch nicht mehr dazu gehören, denn meine alte Realität kommt mir immer oberflächlicher und fremder vor, erdrückend in ihrer Negativität und Schwere. Es muss doch noch mehr geben als das Hamsterrad des hektischen, sich immer wiederholenden, leistungsorientierten, überfordernden Alltags, der den Menschen immer mehr Energie und Lebenskraft entzieht.

Wer oder was entzieht mir meine Lebensenergie?

Sind es Menschen, Situationen und Umstände oder „nur“ meine Gedanken, Befürchtungen, Aufregung und Grübeleien diesbezüglich und meine Unfähigkeit, Vergangenes – alten Kummer, Verletzungen oder Enttäuschungen – loszulassen?

Wo sind die Freude, die Verspieltheit und die Leichtigkeit geblieben nach der ich mich so sehr sehne?

Je mehr Fragen ich stelle, Geschehnisse und mich selbst reflektiere, desto klarer sehe ich sie: meine verdrängten Ängste und Selbstzweifel, aber auch meine vielen falschen Glaubenssätze und alten Überzeugungen, meine Prägungen, Schutzstrategien, Denk – und Verhaltensmuster, von denen ich früher nicht einmal wusste, dass sie existieren, geschweige denn, wie extrem sie meine bisherigen Entscheidungen maßgeblich beeinflusst haben und damit den Ausgang vieler Situationen.

Warum übernehme ich für alles und jeden die Verantwortung, nur nicht für mich selbst und meine eigenen Wünsche und Ziele? Weil es mir wichtiger ist, anderen alles Recht zu machen, anstatt meinen eigenen Träumen zu folgen? Weil meine geheimsten Sehnsüchte nicht mehr den Vorstellungen und Werten meiner Eltern oder der Gesellschaft entsprechen? Weil ich mich rechtfertigen müsste, wenn ich plötzlich gegen den Strom schwimme und anders denke und handle? Bin ich bisher immer den Weg des geringsten Wiederstandes gegangen, aber nun funktioniert das nicht mehr?

Habe ich überhaupt Träume und Visionen? Wie müsste mein Leben denn aussehen, damit ich glücklich bin, wer und was liegt mir wirklich am Herzen, was erfüllt mich?

Ich bin seltsam einsam, oft unglücklich und traurig und scheine so alleine mit meinen Fragen und heftigen Empfindungen zu sein – ich bin umgezogen, von außen nach innen und kann niemanden mitnehmen oder einladen, wirklich bei mir zu sein … ganz tief bei mir, in meiner neuen, inneren Gedanken- und intensiven Gefühlswelt, die plötzlich alles alt Bekannte und Gelernte in Frage stellt und nach der Wahrheit sucht, nach einer Lösung. Nur dort, in meiner inneren Welt geht es mir gut und sie fühlt sich inzwischen echter, richtiger und wahrhaftiger an, als die Welt da draußen.

Was ich fühle, wahrnehme und plötzlich weiß, lässt sich mit Logik und Verstand nicht mehr greifen und erklären. Ich weiß nicht mehr, was oder wer ich bin und verstehe all das nicht, deshalb bin ich sehr misstrauisch bezüglich meiner neuen, eigenartigen Wahrnehmung, die auf der metaphysischen Seelenebene stattfindet und unvereinbar zu sein scheint mit der irdischen Realität. Sobald ich dorthin zurückkehre, ins Alltagsgeschehen, zerdenke oder verdränge ich alles schnell wieder und klammere mich lieber an mein altes, bekanntes Umfeld und das alte Glaubenssystem, in dem ich aufgewachsen bin, denn das gibt mir Sicherheit, Stabilität und das Gefühl, wieder alles unter Kontrolle zu haben. Aber das Problem ist, ich halte es dort auf Dauer nicht mehr aus, denn wenn ich ehrlich bin, spüre ich bereits, dass diese angebliche Sicherheit und Scheinstabilität mich längst nicht mehr auffängt und hält, mir fehlt etwas ganz Essentielles! Und deshalb fühle mich isoliert, selbst unter den Menschen, die ich liebe und die mich lieben. Aber sie können ihre Liebe nicht auf dieser Seelen-Gefühlsebene, auf der ich mich inzwischen befinde, ausdrücken und mir das geben, wonach ich mich am meisten sehne. Ich grübele und grübele, was das zu bedeuten hat und drehe mich im Kreis – es macht mir Angst!

Gibt es diese Liebe, den Halt, die Geborgenheit und die Wärme, nach der ich mich plötzlich so unendlich sehne überhaupt, oder bin ich einfach nur verrückt geworden?

Ja ich fühle mich ver-rückt: von einem (Bewusstseins-) Zustand in einen anderen gerückt, geschoben – von außen nach innen … wenn ich mich mental und emotional immer mehr herausziehe aus dem äußeren Geschehen, weil es mir die Luft zum Atmen nimmt, bin ich dann eines Tages einfach verschwunden? Wie ein Programm, das gelöscht wird, weil es nutzlos geworden ist, nicht kompatibel?

„Was stimmt denn nicht mit mir?“, frage ich mich verzweifelt, vor allem nachts, wenn diese bedrohliche Angst, nicht mehr klar zu kommen und keinen Ausweg zu sehen über mich hereinbricht, und mich nicht in den erlösenden Schlaf kommen lässt.

„Mit dir ist alles in Ordnung! Du bist richtig, genauso wie du bist! Und auch die schwierige Situation, in der du dich gerade befindest ist richtig und geführt, so wie sie ist. Sie ist ein versteckter Segen, ein Hinweis, dass du dich bereits viel zu lange oder wiederholt in die falsche Richtung bewegt hast. Und wenn du ehrlich zu dir selbst bist, wusstest du das schon längst. Der Blitz hat in dein Leben eingeschlagen und Trümmer hinterlassen, DAMIT du endlich eine alte Situation, dein altes Glaubens- und Denksystem, vielleicht auch Menschen in deinem engsten Umfeld oder deinen Job loslässt, weil sie dir längst nicht mehr guttun und dir deine Lebenskraft entziehen. Das bedeutet aber nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt – ganz im Gegenteil:

Du bist etwas Besonderes, du hast die Stärke, den Willen und die Kraft, dein Leben um hundertachtzig Grad zu drehen und etwas Neues, viel besseres zu erschaffen! Jammern und anderen die Schuld geben kann jeder – du hast dich längst entschieden, in die Eigenverantwortung zu kommen, den Sumpf der Trauer und Depression zu verlassen und weiterzugehen, anders zu denken und auf andere – innere und äußere – Ratgeber zu hören als in der Vergangenheit, denn da liegt die Lösung. Es sind tatsächlich längst zwei verschiedene Stimmen, zwei „Ratgeber“ in dir präsent: dein noch in alten Denkmustern verstrickter Ego-Verstand und deine Seele, die sich durch intensive, gute Gefühle, Klarwissen, Träume, Geistesblitze und Visionen ausdrückt, und manchmal auch durch Tränen der Erkenntnis. Aber du fühlst dich hin und her gerissen zwischen beiden, bist verunsichert, übervorsichtig und traust deiner neuen, intuitiven Wahrnehmung und deinen Gefühlen nicht so recht über den Weg, denn niemand außer dir scheint dasselbe zu empfinden und zu sehen oder diese Veränderung in dir zu bemerken.“

Niemand sieht mich wirklich … die äußere Struktur und Sicherheit schwindet unaufhaltsam dahin, auch im Berufsleben und niemand außer mir scheint das zu kümmern … ich bin ganz alleine … unsichtbar … isoliert und gefangen in einer Blase, aus der ich zwar hinausschauen, aber niemand zu mir hinein kommen kann. Die Kommunikation auf der äußeren Ebene wird immer schwächer, nur noch sehr wenige Menschen verstehen mich in der Tiefe und ich sie, und selbst dann sind es nur Teile meines Selbst, die ich zeigen kann … dafür erwacht eine wundersame, Kraft gebende, geistige und energetische Kommunikation auf der Seelenebene, aber ist sie echt? Oder bilde ich mir das alles nur ein?

All diese Gedanken, insbesondere diese innere Zerrissenheit, gehörten zu meinem eigenen Bewusstwerdungsprozess und ich habe mich damals entschieden, auf diese neue, innere Seelen-Stimme und meine intuitiven Eingebungen zu hören, aus einem einzigen Grund: Weil sie sich gut und liebevoll anfühlten und mir das gaben, was ich im Außen nicht mehr finden konnte: ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit – heute würde ich es  „spirituelle Verbundenheit“ nennen, denn unsere Seele verbindet uns mit der Quelle der Schöpfung, unserem Ursprung.

Im Außen kann ich machen was ich will, kann mich noch so sehr anstrengen, und dennoch finde ich dort keinen Halt mehr. Ich fühle mich einsam unter Menschen, aber nicht, wenn ich alleine bin – in meiner Blase, meiner Schutzhülle, die mich umgibt.

Ich sehne mich so sehr nach Halt und wahrer Liebe …

Was ist Liebe?

Das Gefühl, zuhause und angenommen zu sein, so wie ich bin. Gehalten werden – von einem anderen Menschen, dem ich vollkommen vertraue, weil er meine Schattenseiten, meine Narben und Ängste bereits kennt und mich trotzdem oder gerade deshalb liebt und schätzt … weil ich ihm wichtig bin, sein kostbarster Schatz. Und dasselbe ist er für mich, und genauso fühlt er sich in und bei mir: gehalten, aufgefangen und wertvoll. Wir sind eins, vermischen unsere Gaben und Energien und bleiben doch frei und individuell – wir sind zusammen ohne uns aufzugeben. Alles ist gut, egal wie sehr der Sturm im Außen wütet und zerstört, denn wir können jederzeit gemeinsam von vorne beginnen – etwas Neues erschaffen aus der Liebe heraus.

Aber was mache ich, wenn du nicht (mehr) bei mir bist?

Wo bist du?

Gibt es sie, diese wahre, schöpferische und haltgebende Liebe, diesen göttlichen, schöpferischen Funken, der uns die Kraft gibt, uns selbst, unsere innigsten Wünsche und damit unser Leben auf der materiellen Ebene bewusst neu zu gebären?

Oder ist diese Liebe – die Quelle allen Ursprungs – nur eine Illusion und ich bin für immer einsam und gefangen in dieser alten, zu eng gewordenen, sinnbefreiten Welt?

Aus dieser Sehnsucht heraus habe ich vor vier Jahren die Entscheidung getroffen, mich auf die Suche zu machen. Ich sehnte mich so sehr nach einem neuen Zuhause. Dazu musste ich aber erst einmal herausfinden, was mir nicht mehr guttut und was ich stattdessen will. Und ich verstand, dass meine eigenen, sorgenvollen und negativen Gedanken, Emotionen und falschen Glaubens- und Verhaltensmuster mich daran hinderten, frei und unbeschwert zu sein – dass ICH mich selbst begrenzte!

Und kaum hatte ich die Wahl getroffen, etwas – mich – zu verändern, da bekam ich auch schon Hilfe, in Form von Menschen, Büchern und neuen, intuitiven Gedanken und Eingebungen. Irgendwann sagte meine Seelenstimme: „Du hast die (Auf-) Gabe, etwas Wichtiges mitzuteilen, schreibe ein Buch und trage deine Gedanken in die Welt.“ Ich fühlte mich damals unbedeutend, ohnmächtig und zurückgelassen in der Fremde, denn es schien niemanden mehr zu geben, dem ich wirklich wichtig war. Was könnte ich schon bewirken?

Und trotzdem fing ich an zu träumen, denn diese mutmachende Seelenstimme tat mir so viel besser als meine selbstkritisierende, ständig besorgte, ernste, übervorsichtige und verstandesbetonte Egostimme, die mir immer alles wieder ausreden und mich klein halten wollte.

Ich erträumte mir ein neues, unbeschwertes Leben mit einer erfüllenden Berufung und einer neuen Liebe und davon, etwas Wichtiges in die Welt zu tragen – und das fühlte sich so gut an. Und dann fing ich eines Tages an, ein Buch über meinen Weg durch die Trauer und dem Erwachen meiner Seele zu schreiben. Und später schrieb ich ein weiteres über meinen Weg durch den Bewusstseinswandel, und dann noch eins und noch eins, vier Bücher in vier Jahren – über tausend Buchseiten, hinter denen noch viel mehr handgeschriebene Tagebuchgedanken und Empfindungen, und noch mehr Erkenntnisse und Seelenerfahrungen, für die es keine Worte gibt, stehen.

Als ich vor sechs Wochen meinen zweiten Artikel für den Zeitenwandelverlag schreiben wollte – den zweiten Teil des „Großen Erwachens“ –  in dem es um mein persönliches Erwachen gehen sollte, drängelten sich „Die Sternenwanderer“ dazwischen. Sie wollten in die Welt und als diese Geschichte geschrieben war, wurde mir plötzlich klar, dass der Beginn meines Bewusstwerdungsprozesses bereits geschrieben steht: in meinem ersten Buch „Ich erinnere mich, dass ich träume“. Und dann traf ich die Entscheidung, es jetzt zu veröffentlichen, weil meine Intuition mir sagt, dass es in dieser besonderen Zeit vielen Menschen so ergeht, wie mir vor vierundeinhalb Jahren, als meine eigene Schneekugel, meine alte Welt, in tausend Scherben zerbrach.

Also machte ich mich an die Arbeit, las das Manuskript erneut Korrektur und erledigte, was es noch zu tun gab, Zitaterlaubnis einholen, Vita, Umschlaggestaltung usw. und es fühlte sich gut, sinnvoll und richtig an – solange ich im Flow war. Aber kaum war ich fertig mit meinem Part der Vorbereitungen, wurde ich von meinem ängstlichen Ego überrascht, von dem ich dachte, es sei längst verschwunden.

Träumen und manifestieren ist die eine Sache, seinen geschützten Raum dann aber tatsächlich zu verlassen und sich öffentlich anders zu zeigen, eine ganz andere. Mein Innerstes zu offenbaren macht mich angreifbar, verletzbar … sagt mein Ego. Nun stehe ich also kurz vor der Erfüllung meines Traumes und bekomme Panik, wie bescheuert ist das denn, zumal ich mich in den letzten Jahren intensiv mit meinen Ängsten beschäftigt habe.

Was genau jagte mir diesen Schrecken ein, der diesen abends mein Schattenmonster weckte und mich daran hinderte, in den Schlaf zu kommen?

Ein toller, sonniger Tag, lag hinter mir, ich hatte gut gelaunt den letzten Punkt auf meiner Liste der noch zu erledigenden Dinge für die Buchveröffentlichung abgehakt und mich seltsam leer gefühlt und bin es auch jetzt noch … leer, emotions- und schwerelos … tagelang.

Aber es ist eine ganz andere Leere als damals, als meine alte Welt zerbrach. Diese angenehme, friedliche, wohlige (Gedanken- und Emotions-) Leere der letzten Tage ist bei genauer Betrachtung vielmehr ein wundersames Gefühl der Fülle – ein Feld, in dem ich so vor mich hin schwebe und plötzlich weiß: alles was ich mit wünsche ist bereits da und greifbar, kurz davor, sichtbar zu werden! Alles kommt zu mir, meine Träume materialisieren sich jetzt. So fühlt es sich an und trotzdem bin ich misstrauisch, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ich tatsächlich angekommen bin, nach all den Jahren, die erleuchtend waren und die meisten meiner Wunden heilten, aber auch anstrengend. Dieses Gefühl der Fülle, das mein neues Sein ausmacht – meine innere Wahrheit – ist schon eine ganze Weile in mir präsent und ich bin zutiefst davon überzeugt, dass ich die Kraft habe, die Materie in meine gewünschte Richtung zu bewegen. Und doch warte ich gefühlt schon so lange auf ein sichtbares Ergebnis – darauf, dass sich meine neue innere Welt endlich im Außen spiegelt. Ich kann mir kaum noch vorstellen, dass es tatsächlich passiert.

Ich fühle mich so eigenartig seit diesem Tag, an dem ich mein endgültig überarbeitetes Manuskript mit allem was dazugehört an den Zeitenwandelverlag übergeben und noch ein paar andere, grundlegende Entscheidungen getroffen habe. Es ist alles erledigt, nichts mehr zu tun, alle Weichen sind gestellt – ich kann nichts mehr beeinflussen, nichts mehr kontrollieren … Aber was zu erledigen war, ging mir so ungewohnt einfach und leicht von der Hand. Auch das Treffen dieser wichtigen Entscheidungen. Was auch immer ich noch brauchte, geregelt oder geklärt werden musste, es regelte und klärte sich unmittelbar. Ich habe meine Wahl getroffen, fokussiert gedacht, die Richtigkeit der Entscheidung gefühlt und prompt war die richtige Idee, die Zusage oder der richtige Helfer zur Stelle … es ist plötzlich alles so leicht! Die Welt befindet sich im Chaos und im Aufnahmezustand und ich selbst im völligen Frieden.

Mir wird bewusst, dass genau jetzt mein Traum, den ich vor vier Jahren angefangen habe zu träumen, wahr wird … jetzt oder nie.

Und plötzlich bin ich beunruhigt … etwas belastet mich, aber was? Ich gehe in mich, um der Sache auf den Grund zu gehen:

Ich kann nichts mehr beeinflussen, alles ist getan … alles ist geklärt, bis auf eine wichtige Sache, die aber nichts mit dem Buchprojekt zu tun hat, und ich grübele wie schon so oft, was dieser Klärung im Weg steht, denn ich selbst kann auch hier nicht mehr tun – nur warten oder loslassen.

Spät abends taucht sie plötzlich aus dem Nichts auf, meine größte Angst mit ihren qualvollen Gedanken:

egal, was ich tue und wie sehr ich mich anstrenge, ich werde nicht gesehen, nicht gehört, nicht verstanden, ich bekomme keine Antwort, es interessiert niemanden, was ich zu sagen habe … ich bin unsichtbar … für immer gefangen … mein Leben wird sich niemals verändern, mein Traum – meine innere Wirklichkeit – niemals wahr werden und niemals Gestalt annehmen in der Realität, es gibt keine wahre Liebe und keine Seelenebene, die jetzt gelebt werden will, alles nur Einbildung … ich bin jahrelang einer Illusion gefolgt und jetzt offenbart sie sich … das ertrage ich nicht …

Ich fange bitterlich zu weinen an: Was ist, wenn NICHTS passiert? Wenn sich NIE etwas ändert und ich jeden Tag aufs Neue im alten, grauen Alltagstrott erwache? Wenn ich mich getäuscht habe und seit Jahren einem unerfüllbaren, völlig unrealistischen Traum hinterherlaufe – wenn mein Inneres niemals nach außen fließt?

Ich habe plötzlich furchtbare Angst, enttäuscht zu werden … Ent-täuschung: das Ende einer (Selbst-) Täuschung offenbart sich.

Wer hat mich getäuscht und wo habe ich mich selbst getäuscht?

Und was ist die Wahrheit?

Ist meine intuitive Wahrnehmung – meine Seelenwahrheit – alles was seit Jahren in mir gewachsen ist und sich so gut, wunderbar und echt anfühlt – mein neues Sein und meine Erfüllung, die Fülle, die ich bereits in mir spüre – die große Illusion und offenbart sich jetzt als solche?

Oder ist die Angst vor der Enttäuschung, die Angst davor, dass meine Träume niemals in Erfüllung gehen, die Illusion? Die Angst davor, in die Falle gegangen zu sein und nun endgültig desillusioniert zu werden?

Sind diese aus dem Nichts aufgetauchten, dem Ego-Verstand entsprungenen (fremdgeprägten?) Angstgedanken die große Lüge und wollen mich nun, kurz vor dem Ziel entscheidungs- und handlungsunfähig machen? Mich davon abhalten, meinen Seelenplan – die Wahrheit und mein Glück – in letzter Konsequenz in die Tat umzusetzen?

Aber warum?

„Warum bist du da Angst?“

„Weil ich schon so oft enttäuscht wurde …“

„Aber wer waren deine Ratgeber? Hast du damals wirklich auf dein Herz gehört oder mit dem Kopf entschieden und dich fremd beeinflussen lassen, aus deiner Ego-Konditionierung heraus? Und wie fühlen sie sich jetzt an, deine Träume? Woher kommen sie? Sind sie der Seelenquelle entsprungen? Spür mal in dich hinein, dort findest du die Antwort …

Du HAST die schöpferische Kraft, deine Herzensträume wahr werden zu lassen – sie SIND bereits wahr, so wie du es genau jetzt tief in dir spürst, denn sie SIND der Quelle entsprungen und nicht dem irdischen Ego – es sind DEINE Visionen und nicht die der anderen! Hab Vertrauen in die Quelle des Lichts und der Liebe – der Quelle allen Seins. Sie hat alles bereits synchronisiert, die Fäden im Hintergrund gewebt. Die Liebe ist stärker als die Angst – deine Seelenwahrnehmung ist die Wirklichkeit, sie spiegelt sich in die materielle Ebene, wenn du es zulässt!“

Ist das wirklich wahr?

Ich werde es erst wissen, wenn ich handle und den Sprung ins Unbekannte wage, weil nur dann mein bewusster Traum von innen nach außen fließen und sichtbar werden kann! Augen zu uns durch!

Ich vertraue mir, ich vertraue dir und ich vertraue der göttlichen Quelle, denn ich fühle sie und ich fühle dich – jetzt, in diesem Moment der Verbundenheit! Und meine Angst, die Zweifel und das Misstrauen – das Unwirkliche – löst sich auf und verschwinden genauso schnell, wie sie aufgetaucht sind und was bleibt, ist inneres Wissen und Frieden – das Wirkliche.

Mein Verstand ist wieder frei und klar und eins mit meiner Seele: Ich traue mich und gehe vorwärts, denn was hab ich zu verlieren?

Nichts, denn ich fühle mich bereits einsam in der alten Welt, unter den Menschen, deren Gerede, Verurteilung, Kritik, Vorwürfe und Ablehnung ich kurz fürchtete. Dennoch belastet mich viel mehr die Vorstellung, ich könnte andere verletzen oder enttäuschen, zum Beispiel meine Eltern (Partner, Freunde, Kollegen), weil ich ausspreche, dass ich mich bei ihnen nicht mehr wirklich zuhause und verstanden fühle, obwohl ich sie liebe und sie mich. Aber meine Eltern oder meine Freunde zu ent-täuschen bedeutet im Umkehrschluss, dass ich mich bisher (unbewusst) verstellt habe, um ihren Wunschvorstellungen zu entsprechen und mir nicht erlaubt habe, ich selbst zu sein, frei und unabhängig. Kann es falsch sein, wenn ich mir selbst treu bin und die Verantwortung für mein eigenes Glück übernehme, indem ich mich aus Abhängigkeiten befreie und ehrlich und aus dem Herzen heraus kläre, handele oder eben öffentlich schreibe? Vielleicht gebe ich ihnen durch meine Offenheit sogar die Chance, sich selbst zu reflektieren und die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen – sich selbst zu verzeihen, was in ihrem eigenen Leben gesehen, vergeben und geheilt werde möchte und was sie in der Vergangenheit vielleicht auf mich projiziert haben.

Und damit gebe ich wiederum mir selbst die große Chance,  gleichgesinnten und gleichschwingenden Menschen zu begegnen, die so sind, denken und fühlen wie ich, die selbst gerade durch eine Verwandlung gehen – mich wieder zuhause unter Menschen zu fühlen anstatt einsam in der Fremde. Vielleicht stelle ich sogar eines Tages erstaunt fest, dass sich mein altes Umfeld gemeinsam mit mir verwandelt hat, WEIL ich mich so zeige, wie ich bin und meinem Seelenweg folge. Es mag sein, dass sich der eine oder andere Vertraute im ersten Moment verletzt fühlt, aber jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und darf selbst die Chance ergreifen, seine eigenes Glaubenssystem zu reflektieren, zu lernen und zu wachsen. Die schmerzhafte Erfahrung gehört leider zum Bewusstwerdungsprozess dazu, ohne sie würden wir uns und die Welt nicht hinterfragen, wir würden niemals erkennen – uns erinnern – dass wir so viel mehr sind, als wir bisher dachten.

„Der Schmerz, deine alten Wunden, Narben, Schattenerfahrungen und Niederlagen gehören genauso zu dir wie deine Sonnenseite, deine Stärken und Begabungen, und es ist wichtig, sie anzuschauen und zu lernen, damit umzugehen. Wenn du an einer schmerzhaften Erfahrung, am Alten, das dir nicht mehr dient, festhältst und damit eine noch dickere (Schutz-) Mauer um dich herumbaust, kann dein Licht und dein Potenzial nicht erstrahlen und auch nicht deine Liebe. Du hast nichts falsch gemacht, alle deine Erfahrungen gehörten zu deinem individuellen Weg und haben einen tieferen Sinn. Sei stolz, dass du ihn gegangen bist und erkenne das großartige Geschenk, das vor dir liegt, wenn du dich entscheidest weiterzugehen, in den Neuanfang.“

Ich fühle mich, als sei ich nach einer sehr langen, anstrengenden Reise nun endlich am Ende der alten, begrenzten Welt, in die ich einfach nicht mehr hinein passe, angekommen. Jahrelang hatte ich die Hoffnung und den Glauben an ein neues Leben in einer besseren Welt und  habe alles dafür getan, diesen Traum in eine neue, erlebbare Realität zu verwandeln. Nun stehe ich kurz vor der Ziellinie, dem (Not-)Ausgang – vor einer versteckten Tür, die nach draußen führt. Allerdings weiß ich erst, wenn ich durchgegangen bin, ob dahinter wirklich das Ersehnte – die Erfüllung meines bewusst erschaffenen Traumes – existiert ODER … nichts als ein Abgrund: eben immer noch die alte, erdrückende 3-D-Matrix, weil ihr niemand jemals entkommen kann – nicht auf der physischen Ebene, da inzwischen weltweit die gleichen Bedingungen herrschen und in der Sicherheit und Stabilität schon längst nicht mehr existieren, und auch nicht die Wahrheit.

Das einzige, was sicher ist, ist, dass alles beim Alten bleibt und sich absolut nichts verändern kann, wenn ich mich von meinen Ängsten, Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen und Zweifeln festhalten, verunsichern und davon abbringen lasse, meinen Herzenswünschen zu folgen und etwas zu riskieren.

Ich habe nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen, wenn ich durch diese Tür gehe … es fühlt sich tief in meinem Herzen gut und richtig an … meine Seele lächelt und sagt: Da ist etwas hinter dieser Tür, ganz sicher, etwas Wunderbares erwartet dich, hab Vertrauen. Trau dich, sei kühn und wagemutig – spring!

 

Dana AndersenDana Andersen
Autorin und Wortkünstlerin
Spirituelle Begleitung durch den Bewusstseinswandel

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