Warum wir aufhören müssen unsere Kinder zu „erziehen“

geschrieben am: 30.05.2018 von: Sandy Mokros
Kategorie(n): Kinder - Beziehung statt Erziehung

kinder

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Leider existiert immer noch der Glaube, dass Kinder geformt, erzogen und in unser bestehendes System eingepasst werden müssen. Sie werden verbogen und angepasst, um später als Erwachsene systemkonform zu sein. Niemand oder nur sehr wenige Menschen fragen sich, ob das bestehende System überhaupt noch zeitgemäß ist und was diese Prägungen, die wir ihnen auferlegen überhaupt mit ihnen machen.

Ich beobachte seit langer Zeit Kinder von Geburt an. Wundervolle reine Wesen mit noch ganz viel Liebe im Herzen und großen neugierigen Augen. Sie haben noch ganz viel Fantasie und sind sehr kreativ. Je älter sie werden, umso mehr verblasst das reine, fantasievolle Wesen in ihnen. Es wird überlagert mit Mustern und Prägungen, die uns unsere Eltern schon mitgegeben haben. Sie werden ein kleines Abbild von uns, sie sollen das ausleben, was wir nicht geschafft haben. Sie bekommen unsere Ansichten, Ängste und Sorgen übergestülpt. Ehrgeizig werden sie von einem Termin zum anderen geschleppt. Zum Kinderturnen, Musikschule, zum Tanzen, Fußball, usw.. Nicht das ein falscher Eindruck entsteht, ich finde Bewegung toll und absolut wichtig für Kinder. Aber bitte nur das, was sie selbst auch wollen und was ihnen auch wirklich Spaß macht. Schon ganz früh haben sie Verpflichtungen, die sie einhalten müssen. Und die Kinder machen mit. Warum? Natürlich weil sie sehen, dass es den Eltern gefällt, das sie stolz sind wenn sie schon mit 4 Jahren super Ballett tanzen können oder Fan vom Lieblingsfussballclub des Papas sind. Aber ist das wirklich das, was die Kinder tief in sich drin auch wollen? Ich bezweifle das sehr stark. Schon lange beobachte ich die Kinder genau und stelle sehr oft fest, dass sie es machen, um ihren Eltern zu gefallen.

Sie müssen lernen still zu sitzen, nach einem Zeitplan zu funktionieren und sinnlose Dinge lernen. Bereits im Kindergarten erfahren sie, das sie sich in die Gesellschaft einpassen müssen, sonst gibt es Probleme. Kinder, die anders sind gelten als schwierig, werden mit dem Stempel ADHS versehen, sind verhaltensauffällig und werden mit Medikamenten ruhig gestellt und angepasst.

Kinder sind von Geburt an mit allem ausgestattet, was sie für ihr Leben benötigen. Sie haben so viel Fähigkeiten und Potential, wenn sie hier auf die Erde kommen, nur leider wird das alles überlagert und weggeschlossen.

Ich lebe seit vielen Jahren vegetarisch/vegan. Ganz oft schon haben mich kleine Kinder angehimmelt und ganz leise gesagt, dass sie eigentlich lieber auch keine Tiere essen mögen, aber Mama und Papa erlauben ihnen das nicht. Es macht mich jedes Mal traurig, weil ich mich dann an meine Kindheit erinnert fühle, als ich Fleisch und Wurst essen musste, obwohl es mich angeekelt hat. Das Kind weiß ganz genau, was es möchte und was nicht und was ihm gut tut. Nur leider sprechen die Erwachsenen Ihnen die Fähigkeit selbst zu entscheiden ab.

Als Heilerin begleite ich Eltern und Kinder, die „problematische“ Verhaltensweisen an den Tag legen. Immer wieder zeigt sich das gleiche Bild – nicht die Kinder sind falsch und haben Probleme sondern die Eltern.

Noch immer werden Erziehungsmethoden angewandt, die schon lange ausgedient haben sollten. Es wird bestraft, auch mit Gewaltanwendung und Schuldzuweisungen werden ausgesprochen. Den Kindern wird schon sehr früh die Verantwortung abgenommen, weil immer noch der Glaube existiert, dass sie noch zu klein sind und das nicht allein können. Ich habe Mütter kennen gelernt, die ihren erwachsenen Kindern immer noch nicht zutrauen, dass sie ihren eigenen Weg gehen. Sie werden bemuttert und bevormundet. Wichtige Entscheidungen und Erfahrungen werden ihnen abgenommen.

In jedem Kind existiert ein Plan. Sie haben ihren ureigenen Weg bereits mitgebracht, als sie hier auf die Erde gekommen sind. Und jedes Kind ist so verschieden und lässt sich mit keinem anderen vergleichen. Und trotzdem müssen sie in der Schule, den gleichen Stoff lernen, müssen sinnlose Tätigkeiten verrichten, die ihnen später vielleicht gar nicht dienlich sind und werden in einen Einheitsbrei eingerührt.

Nach und nach verkümmern ihre Fähigkeiten und sie vergessen ihren eigenen Weg. Sie gehen den, denen die Eltern und die Gesellschaft vorgeben. Zum Glück funktioniert es nicht mehr ganz so, wie es noch in meiner Generation war. Die Kinder heute sind anders, sie reagieren auf  das „falsche System“ und zeigen uns Erwachsenen ständig, das wir es sind, die nicht in Ordnung sind. Sie halten ihren Eltern und dem Umfeld einen Spiegel hin. In diesem können wir uns selbst sehen. Wir sehen das, was wir geworden sind. Angepasste Schäfchen, die der Masse folgen, ihren Job verrichten und kaum über den Tellerrand hinaus blicken.

Manchmal sind es offensichtlich kleine Dinge, die einem Kind einen so großen Riss in der Persönlichkeit verpassen. Das sind z. B. mangelndes Interesse, nicht zuhören können, es nicht ernst nehmen, dem Kind die Verantwortung abnehmen, es zu bestrafen oder ihm sogar die Schuld für etwas zu geben. Aber auch kontrollieren, manipulieren oder einem Kind zu misstrauen sind wohl die größte Verbrechen, welche man ihm antun kann.

Meine Mama hat mir ein ganz tolles Geschenk gemacht und das ist wirklich das Beste, was sie mir geben konnte. Sie hatte immer Vertrauen in mich. Sie hat mich nie kontrolliert und mir gezeigt, dass ich selbst wissen muss, was ich tue. Manchmal kam mir das wie Gleichgültigkeit vor, aber heute weiß ich, das mir das geholfen hat meinen eigenen Weg zu gehen. Ich bin ihr unendlich dankbar dafür.

Durch meine eigene Kindheit und all die schmerzhaften Erziehungserfahrungen weiß ich, was es mit uns macht gedemütigt, misshandelt, klein gemacht und angepasst zu werden. Ich kenne den Schmerz, den wir als Kinder erfahren haben und als Erwachsene immer noch in uns tragen. Wir sind abgeschnitten von unserem unendlich großen Potential und unserer wahren Persönlichkeit.

Hört auf eure Kinder zu erziehen. Sie sind bereits fertige Persönlichkeiten. Helft ihnen dabei ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Unterstützt sie dabei die eigene Persönlichkeit zu entfalten. Nehmt sie ernst, mit allem was sie sagen und vor allem vertraut ihnen. Behandelt sie wie Erwachsene und gebt ihnen die Verantwortung zurück. Erlaubt ihnen sie selbst zu sein.

Autorin: Sandy Mokros
SeelenWegbegleiterin, Mediale Marketingberaterin/Coach,
Spirituelle Mentorin, Werbe- und Webdesignerin

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