Was Dankbarkeit mit Glück zu tun hat

geschrieben am: 14.11.2018 von: Margit Schürmann
Kategorie(n): Das Leben genießen! – Erfüllung und Lebensfreude, Einfachheit & Leichtigkeit, Psychologie & Lebenshilfe

Was Dankbarkeit mit Glück zu tun hat

Bildrechte: panthermedia.net © mandygodbehear

Als ich vor langer Zeit einen Artikel über Glück gelesen habe, blieb mir der Spruch: „Nicht die Glücklichen sind dankbar, sondern die Dankbaren sind glücklich“ (Zitat von Sir Francis von Verulam Bacon) im Gedächtnis hängen. Dort hängt er auch immer noch.

Während ich also darüber nachdachte, was Dankbarkeit mit Glück zu tun hat, erinnerte ich mich an eine Zeit, in der ich in einem tiefen Loch saß und dachte, dass das Leben nicht bunt sondern eher grau bis schwarz ist. Wie passt denn da die Dankbarkeit rein??

Aber jeder Samen keimt früher oder später und so begann ich jeden Abend im Bett darüber nachzudenken, wofür ich dankbar bin.
Anfänglich fiel es mir sehr schwer, überhaupt etwas zu finden. Wofür soll man schon dankbar sein, wenn es einem so schlecht geht?
Also gab ich mir Mühe und suchte in diesem „Misthaufen“ nach der Nadel. Es muss doch was geben, wofür ich dankbar bin. Ok, für meinen lieben Mann bin ich dankbar. Na, das ist doch schon was. Ach ja, und für meine körperliche Gesundheit auch. (Seelisch sah es da noch anders aus).

Und so übte ich mich Abend für Abend in Dankbarkeit. Nicht immer, aber immer öfter. Und eines Tages merkte ich, dass sich mein Denken veränderte. Mein Leben bekam langsam wieder Farbe. Es war tatsächlich so, dass ich mich darauf freute, abends „Inventur“ zu machen. Und ich stellte fest, dass es an den Tagen, wo es für mich besonders grau war, immer noch etwas gab, wofür ich dankbar sein konnte. Und wenn es „nur“ ein Lächeln oder ein liebes Wort war.

Je öfter ich nachdachte, wofür ich dankbar bin, umso dankbarer wurde ich. Mir fielen die kleinen Dinge wieder auf. Kennst du das? Du gehst mit einem kleinen Kind spazieren, hast vielleicht ein Ziel und begrenzt Zeit und das Kind bleibt alle Meter einfach stehen und entdeckt etwas Tolles: einen Marienkäfer, einen Regenwurm, einen Aufkleber auf einem Auto usw. Wir fühlen uns dann oft ausgebremst und gestresst, weil wir im Kopf schon am Ziel sind. Selten sind wir mit Geist UND Körper anwesend.
Kinder hingegen leben im Hier und Jetzt und entdecken täglich die vielen Wunder des Lebens.

Mittlerweile brauche ich dieses Abendritual nicht mehr, weil ich, sobald ich etwas wahrnehme im selben Moment unheimlich dankbar bin. Und ich sage es dann auch. Wenn mich eine gestresste Kassiererin anlächelt bin ich dankbar, dass sie es schafft, trotz des Stresses MICH wahrzunehmen und anzulächeln. Und das sage ich ihr auch. Ihr glaubt nicht, welche Reaktionen ich mit diesen „Aktionen“ erlebe. Das Gesicht meines Gegenübers beginnt zu leuchten. So einfach ist es.

Am 13.11.2018 stand in einer Kolumne einer Tageszeitung, dass es sehr anstrengend und schwer ist, nett zu sein. Unglaublich oder? Kein Wunder, dass so viele Menschen mit einem griesgrämigen Gesicht herumlaufen und sich ärgern, dass andere ihnen so begegnen, schließlich ist die Welt ein Spiegel.

Kennst du die Geschichte von dem kläffenden Hund vor dem Spiegel? Ein Hund entdeckt einen anderen Hund im Spiegel (sich selbst) und knurrt und bellt ihn an. Der andere Hund knurrt und bellt zurück. Die beiden steigern sich so in ihre Wut und Rage, dass der Spiegel fast zerspringt. Als der Hund merkt, dass der andere nicht zurückweicht, beginnt er ihn schwanzwedelnd
zu beschnüffeln, und als er merkt, dass der andere Hund freundlich ist, freut er sich auch und fordert ihn zum Spielen auf.

Ich denke mir, dass es ganz einfach ist, nett zu sein. Und es ist noch einfacher dankbar zu sein.

Wofür in deinem Leben bist du dankbar? Mach es dir bewusst!

 

Margit SchürmannAutorin:
Margit Schürmann
Heilpraktikerin für Psychotherapie

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