Was mir fehlt

geschrieben am: 06.12.2018 von: Margit Schürmann
Kategorie(n): Psychologie & Lebenshilfe

Was mir fehlt

Bildrechte: © Margit Schürmann

Immer wieder erlebe ich, wie schnell etwas unbedacht Verletzendes über andere Menschen geäußert wird. Ich könnte auch sagen, es wird gelästert, oder Mobbing im Netz betrieben. Was bringt Menschen dazu, so etwas zu tun? Egal wen ich frage, jeder, und ich meine wirklich jeder wäre entsetzt, wenn man über ihn so spräche. Es ist verletzend, respektlos und einfach unüberlegt. Oder ist es einfach die eigene Unzufriedenheit, die sich daran ergötzt, dass anderen ein Missgeschick passiert, oder andere Menschen Fehler machen? Ich frage mich, ob die aktuelle Situation auf der Welt damit zusammenhängt.
Oder ist es anders herum? Weil wir so denken und handeln, spiegelt die Welt unser Verhalten? Ich bekomme das, was ich aussende?
Frag dich einmal selbst, wie oft du „lästerst“?

Manche Psychologen glauben, dass es für unser Selbst wichtig ist, so etwas zu tun. Wirklich? Ist das so?? Wie sähe die Welt aus, wenn jeder Nettes über andere sagt und dabei in seiner Mitte und Liebe bleibt? Ja, es ist wirklich nicht einfach, über Diktatoren, Kriegstreiber und Verbrecher etwas Nettes zu sagen, aber unterstützen wir nicht diese negative Energie, wenn wir ins gleiche Horn blasen??

Ich glaube nicht, dass es schlechte Menschen gibt, ich glaube, dass es Menschen gibt, die Schlechtes tun. Und das ist ein großer Unterschied. Hinter jeglichem Tun steht das Bedürfnis nach Liebe. (Zitat von mir)

Ich weiß, dass ich nicht die Welt oder einen anderen Menschen verändern kann, aber ich kann mich und meine Sicht auf die Welt verändern. Was kostet es mich, einem anderen Menschen – fremd oder nicht – einmal etwas Nettes zu sagen? Was glaubst du, wie oft eine Kassiererin (ein Kassierer) etwas Nettes von den Kunden hört? Ist es wirklich so schwer?

Ich habe vor vielen Jahren mal einen wundervollen Film gesehen. Darin ging es um das Glück. Ein Kind tat drei, ihm unbekannten Menschen etwas Gutes. Einfach so. (Naja, eigentlich im Rahmen eines Schulprojektes, aber es war seine Idee) Z.B. gab er einem Obdachlosen sein gesamtes Taschengeld. Die einzige Gegenleistung die er erwartete war, dass auch dieser weiteren drei Menschen etwas Gutes tut. Ja, wie bei einem Schneeballsystem, nur dass hierbei JEDER gewinnt.
Ich finde diese Idee wunderbar. Stell dir einmal vor, jeder, der diesen Eintrag liest, tut drei Menschen etwas Gutes… ein schöner Gedanke!

Also, woran liegt es, dass manche Menschen lästern oder schlecht über andere reden? Möchten sie dazu gehören? Nicht auffallen? Fühlen sie sich besser, als jene über die sie lästern? Vielleicht denken sie gar nicht darüber nach, sondern lästern, weil sie es schon immer gemacht haben? Vielleicht fühlen sie sich dann tatsächlich besser, wenn sie über andere urteilen? Vielleicht ist es für sie schon so normal geworden, dass dieser Beitrag sie stutzen lassen würde?

Vielleicht liegt es auch daran, dass wir immer und überall erreichbar und vernetzt sind. Wir stehen morgens auf und hören im Radio schon die ersten Nachrichten, was alles passiert ist. Und so geht es den ganzen Tag weiter. Wir hören nur Negatives. Es wird Angst geschürt. Wir sind nicht mehr sicher. Ein ängstliches Volk lässt sich leichter regieren und lenken. Wir glauben, es geschieht nur noch Furchtbares und die Welt geht vor die Hunde.

Hierzu fällt mir ein schöner Satz von Seneca ein, den mir ein sehr lieber Mensch geschickt hat: „Wie sollten die Wechselfälle des Lebens noch Verwirrung stiften, wenn man voll innerer Sicherheit gegenüber allen Unsicherheiten ist.“

Ich glaube an mich. Ich glaube, dass ich schaffen kann, was ich mir vornehme. Ich glaube, dass ich mich voll und ganz auf mich verlassen kann und ich glaube daran, dass es auf der ganzen Welt keinen Menschen gibt, der beurteilen kann, was in mir vorgeht.

Wir sind einzigartig und wertvoll, und jeder Mensch hat seine eigene Sicht auf die Dinge. Ich möchte neugierig auf andere Menschen zugehen, ihnen zuhören, wenn sie von „ihrer“ Welt sprechen, ohne zu beurteilen.

Ein einfaches Beispiel der verschiedenen Ansichten oder auch Bilder ist folgendes: Während meiner Ausbildung bat uns der Ausbilder an eine Feder zu denken. (Denk an eine Feder) Sofort hatte jeder eine Feder im Kopf, aber es war keine wie die andere. Der eine dachte an eine weiße, flauschige Daunenfeder, ein anderer wiederum an eine Adlerfeder, Pfauenfeder, Füllerfeder usw. Siehst du worauf es hinausläuft? Wie sah deine Feder aus? Wenn ich nun sage, dass ich reich bin, hat auch jeder eine andere Vorstellung von reich. Ich bin reich, weil ich ein Dach über dem Kopf habe, liebe Menschen um mich herum, eine Arbeit, die mich glücklich macht, die Fähigkeit, die kleinen Wunder des Alltags wahrzunehmen. Was bedeutet ‚reich‘ für dich? Und was fehlt dir?

Ich wünsche mir, dass wir ab heute vielen netten Menschen begegnen, dass wir wieder zuhören, dass wir unseren Fokus auf unendlich stellen, damit wir nicht nur die negativen sondern auch die vielen positiven Dinge auf der Welt wahrnehmen und, dass wir mit uns selbst nicht so streng sind. Glaub nicht alles, was du denkst. 🙂

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