Zeitenwandel - Glücklich, erfüllt und bewusst leben

Wer ist man??

geschrieben am: 12.11.2019 von: Margit Schürmann
Kategorie(n): Psychologie & Lebenshilfe

Wer ist man?

Bildrechte: Adobe Stock © Tatiana Shepeleva

Man war sehr glücklich, als man zum ersten Mal schwanger war und man war aufgeregt und gespannt, wie man diese Schwangerschaft wohl erlebt. Und wie glücklich man war, als das Baby dann endlich da war. Man hätte nie gedacht, was das mit einem macht.

Na? Wie hört sich das an? Für mich, als ob die Erzählende mit dem Ereignis nicht wirklich viel zu tun hatte. Ist dir schon einmal aufgefallen, wie viele Menschen statt in der Ich-Form in der Man-Form erzählen? Gehörst du auch dazu? 😉

Ich habe das früher auch getan. Bis mich jemand gefragt hat: “Wer ist man?“ Als ich dann begann statt “man” – “ich” zu sagen (was anfangs sehr anstrengend war), stellte ich fest, dass in den Sätzen eine ganz andere Energie mitschwang. Es hatte plötzlich wirklich etwas mit MIR zu tun. Wenn ich ICH sage, dann übernehme ich die Verantwortung für das, was ich sage. Wenn ich MAN sage, lasse ich mir ein Hintertürchen. 😉

Wenn ich heute Sätze von Menschen die in der Öffentlichkeit stehen, oder auch Menschen wie du und ich höre, die dann in der “Man-Form” reden, denke ich, dass diese sich vielleicht von dem Ganzen distanzieren und keine Verantwortung übernehmen wollen. „Damit habe ich nichts zu tun.“ (Oder will ich nichts damit zu tun haben??)

Mich beschleicht das Gefühl, dass viele Menschen mehr und mehr in der Masse verschwinden. Gerade fallen mir die Lemminge ein. Alle rennen und keiner weiß wohin. Einerseits möchte keiner Zielscheibe der ganzen Hetze sein, andererseits sind viele regelrecht süchtig nach Likes und Zustimmung. Wie viele Menschen ärgert es, wenn sie Urlaubsfotos posten, sehen, dass andere sie sich anschauen, aber nicht darauf reagieren?? Warum brauchen wir so dringend diese Anerkennung von außen? Weil wir uns selbst vielleicht nicht anerkennen? Und hier kann ich ganz ehrlich schreiben, dass ich (noch nicht) frei vom Wunsch der Anerkennung bin. Auch ich erwische mich, wenn ich mich freue, dass andere meine Arbeit anerkennen. Du siehst – nobody is perfect. 🙂 (Ich arbeite daran…)

Ich wünsche mir, dass in den „sozialen“ Netzwerken mehr Verantwortung übernommen wird – von jedem, jeder einzelnen. Wie würde es wohl zugehen, wenn jeder/jede unter dem Geposteten seinen Namen schriebe? Ob es dann noch Cybermobbing gäbe?? Das alte Sprichwort: “Was du nicht willst, das man dir tu, das füge keinem ander‘n zu“ ist heute aktueller denn je.

Und dabei ist es doch so einfach: Stell dir einmal vor, wir behandeln unser Gegenüber so, wie wir selbst behandelt werden möchten, ganz egal, ob es das genervte Personal beim Einkaufen, der Chef/die Chefin oder die eigene Familie ist.

Margit SchürmannAutorin:
Margit Schürmann
Heilpraktikerin für Psychotherapie

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